Brauerei Stein Alzenau

 

Ihre Ursprünge reichen in das Ende des 18. Jahrhunderts zurück. 1798 wendet sich Johann Tragester

an die Kurfürstliche Hohe Landesregierung mit der Bitte ihm das Braurecht zu erteilen

Er hat das Braurecht erhalten.

 

Johann Tragesters Sohn Peter übernahm 1819 die Brauerei, die er 1835 an Valentin Funk verkaufte.

Dieser erweiterte das Anwesen hatte aber vermutlich keinen großen Erfolg, denn Ende der 70er Jahre

ging er in Konkurs.

Aus der Konkursmasse des heruntergewirtschafteten Betriebs erwarb sie 1879 der Lehrersohn

Emil Stein (1845-1926) für 24.500 Mark. Anfangs braute er nur für die eigene Wirtschaft, doch bald belieferte

er auch andere Gaststätten.

 

                   

Die einzige Tochter Wilhelmine heiratete 1905 den Apotheker August Zieglwalner, der zum Bierbrauer

umschulte und den Betrieb recht erfolgreich weiterführte. Bereits 1906 erweiterte und modernisierte er die

veralteten Anlagen. 1912 übernahm er die Geschäftsführung und das Eigentum der Brauerei.

Die um 1830 entstandene zweite Alzenauer Brauerei und Gastwirtschaft Kronenbrauerei Hock wurde 1923

übernommen. August Zieglwalner verunglückte am 4.2.1925 auf tragische Weise. Ein Vetter von

Frau Zieglwalner, Dr. Eugen Kerber, führte nun die Geschäfte weiter. Die allgemeine wirtschaftliche

Depression Anfang der 30er Jahre machte natürlich auch vor der Brauerei Stein nicht halt.

Nur mühsam konnte die Talfahrt bis zum Beginn des 2. Weltkriegs wieder wettgemacht werden.

Nach dem Krieg, mit Beginn des Wirtschaftswunders, setzte ein Aufschwung ein, der in der Brauerei

zahlreiche Investitionen auslöste.

Würzekühlanlage, Erweiterung der Lager- und des Gärkellers. Dem Anstieg des Flaschenbieranteils

trug man Rechnung durch die Installation einer modernen Flaschenfüllerei mit einer Stundenleistung

von 10 000 Flaschen. Dr. Kerber war in der Zwischenzeit alleiniger Geschäftsführer.

Die in den 60er Jahren einsetzende Sättigung des Biermarktes machte sich immer stärker bemerkbar.

Die Großbrauereien im Raum Aschaffenburg - Frankfurt setzten der einzigen im Kahlgrund verbliebenen

Privatbrauerei immer mehr zu und so wurde sie im Januar 1973 stillgelegt.

Die Kundschaft übernahm die Binding-Brauerei. Die Brauereigebäude wurden 1978 und 1992

abgerissen.

Heute erinnert nichts mehr an die einst blühende Brauerei Stein. Abgesehen von einer Gasthofbrauerei

gibt es heute im Kahlgrund keine Brauerei mehr.

 

                   

                                        Etiketten der Brauerei aus den 30er Jahren

 

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